Canyonlands - Monument Valley

Von Canyonlands, einem Nationalpark der eigentlich aus verschiedenen Teilen besteht, sehe ich mir das Gebiet mit den "Needels", den Nadeln, an. Von erodierten Bergrücken sind hier nur noch eng beieinander stehende Pfeiler übrig geblieben die oben oft spitz zulaufen und daher als Nadeln bezeichnet werden. Das Gebiet ist sehr weitläufig und wegen der Hitze unternehme ich die Besichtigung per Auto. Die Temperaturen betragen tagsüber mehr als 35 Grad und wirklich verlockende Wege kann ich nicht finden, also gibt es nur kurze Spaziergänge.

Ich nutze die Zeit um wieder mal einiges zu waschen und ich versuche auch mich ernährungstechnisch ein wenig auf Vordermann zu bringen. Da es in der Nähe der Parks nicht immer eine Einkaufsmöglichkeit gibt, sollte stets etwas an Lebensmitteln vorrätig sein. Bei den Temperaturen und bei meinen Möglichkeiten sind das dann eben hauptsächlich Nudeln, Reis und Fertiggerichte aus der Tüte, ebenfalls Reis oder Nudeln. Gemüse hält sich nicht lange, Brot schimmelt schnell und Brotbelag sollte auch aus Glas oder Dose kommen. Einmal habe ich Cheddar-Käse gekauft und am Abend befürchtet, er habe sich in Schmelzkäse verwandelt, aber er hat nur arg geschwitzt. Schlimmer war es mir den Schokoladenüssen, die konnte ich nach kurzer Zeit als Schokofondue aus der Tüte löffeln. Also: Augen auf beim Lebensmittelkauf! Dieses Problem haben die einheimischen Camper nicht, die oft mit riesigen und technisch perfekt ausgestatteten Wohnmobilen unterwegs sind.

Da ich gerade beim Essen bin: Wer eine kulinarische Reise machen will, wird sicher nicht die USA im Auge haben. Fastfoodläden sind nicht mein Fall und in Restaurants habe ich oft das Problem ein vegetarisches Gericht zu finden, da die meisten Gerichte Fleisch beinhalten.
Das Angebot in den Supermärkten ist dagegen riesig und rund um die Uhr verfügbar. Allerdings sind viele Lebensmittel nur in Abpackungen für Großfamilien erhältlich. Toastbrot gibt es in unzähligen Varianten, aber ungetoastet ist es einfach zu lummelig. Frühstücksmüsli, das nicht in irgendwelche Formen verschandelt und gepresst wurde, ist eher selten.
Vielleicht ist es nur Einbildung, aber ich habe immer den Eindruck, dass die Lebensmittel hier noch mehr Zucker enthalten als bei uns. Gegenwärtigen Schätzungen zufolge sind 65 Prozent der US-Bevölkerung übergewichtig, aber davon bin ich derzeit weit entfernt.

Wenn ich aber an den Regalen mit Kleingebäck wie Cookies in vielen Variationen oder gar Brownies vorbeikomme, werde ich grundsätzlich schwach. Gibt es mal kein Müsli, dann besteht das Frühstück eben aus Kaffee und einer Ladung Cookies und bei langen Autofahrten stehen immer welche auf dem Beifahrersitz. 

Am 12. Juni geht die Reise weiter zum Monument Valley, das im Navajo-Reservat liegt. Auf dem kleinen Tablet, in das ich gerade diese Zeilen tippe, ist als Bildschirmschoner ein Foto der bekanntesten Felsformationen des Monument Valley: West Mitten Butte, East Mitten Butte und Merrick Butte und ich bin mächtig gespannt darauf, sie in Natura zu sehen.
Schon allein die Anfahrt zum Tal ist ein Erlebnis. Vor dem Tal führt eine schnurgerade Straße durch eine kilometerlange Senke und die Felsformationen, die man aus der Ferne sieht, geben einen Vorgeschmack von dem was kommen wird.
Beim modernen Besucherzentrum angekommen gehe ich gleich auf die Aussichtsplattform und da stehen sie: groß, wuchtig und majestätisch. Das ist wieder ein Bild, das man andächtig genießen kann, muss. Nur der Himmel ist nicht so blau wie auf meinem Bildschirmschoner und die Autos, die mit Staubfahnen im Schlepptau daran vorbeifahren passen nicht so ganz.
Dagegen könnte man sich einen Pferdewagen, der um einen Felsvorsprung biegt, ganz gut vorstellen. Kein Wunder, dass in dieser außergewöhnlichen Landschaft unzählige Western und andere Filmaufnahmen gemacht wurden.
Zum Wandern gibt es nur einen kurzen Trail, doch mit dem Auto darf man auf den gekennzeichneten Wegen eine Rundfahrt durch das Tal machen.

 

Am nördlichen Rand des Navajo Reservats, nur zwei Fahrstunden entfernt, liegt der Lake Powell, mein nächstes Ziel.

Die letzten Nächte habe ich im Gooseneck State Park direkt an den Windungen des San Juan Rivers verbracht.Die „Schwanenhälse“ die der jetzt so kleine Fluss hier geschaffen hat sind wirklich beeindruckend. Jetzt bin ich gespannt auf den „Horseshoe Bend“, der noch viel imposanter sein soll. Hier in der Nähe der Stadt Page hat der Colorado einen 300 m tiefen hufeisenförmigen Mäander in das Plateau gegraben.

Zunächst aber bin ich vom Lake Powell begeistert. Der Stausee liegt in einer wüstenartigen Berglandschaft und das Wasser strahlt wunderbar blau. Camping ist direkt am Strand möglich und so steht einem lang ersehnten Bad nichts mehr im Weg.

Als ich am Rande des „Horseshoe Bend“ stehe kann ich die Begeisterung von Lukas ( s. Bryce Canyon) der so von diesem Anblick geschwärmt hat, nachvollziehen.

 

Für den 24. Juni habe ich einen Flug von Las Vegas nach Bozeman gebucht. Daher habe ich noch einige Tage Zeit und ich mache einen Abstecher zum „Cedar Break National Monument“.

Cedar Breaks ist das kleine Gegenstück zum Bryce Canyon. In den beiden halbkreisförmigen Abbrüchen gibt es ähnliche Felsformationen zu sehen doch die Besucher hier kann man fast an einer Hand abzählen. Da der Park auf rund 3000 m liegt sind die Temperaturen tagsüber sehr angenehm. Auch der kleine Campingplatz wartet mit einer Besonderheit auf. Es ist der einzige National Park Campingplatz mit Dusche, wie die Rangerin versichert.